Stück

Unerträglich lange Umam

Schauspiel von Wyrypajew Iwan

Bereich Erwachsene
Sprache Deutsch, Hochsprache
Eignung Erwachsene
Charakter ernst
Besetzung 4 gesamt / 2 weiblich / 2 männlich
Darstellungsortort Stilbühne
Thema Individuum
Spieldauer 90 min
Verlag henschel SCHAUSPIEL
Inhaltsangabe Monika und Charli, ein frisch verheiratetes, aber doch nicht glückliches Paar in New York. Während Charli bei einem Streifzug durch die Nacht seine frühere Bekannte Emmi trifft und mit ihr schläft, stirbt Monika fast an den Folgen einer Abtreibung. Charli wusste nichts davon und brennt wütend mit Monikas Ersparnissen nach Berlin durch. Dort angekommen, in der „Vorstufe zur Hölle“, verzecht und verhurt Charli in einer einzigen Nacht Monikas Reserven und verliert dabei fast sein Leben. Kristof aus Osteuropa hingegen, ein weiterer Glückssucher seiner Generation, nimmt derweil den umgekehrten Weg. Er reist nach New York. In die Stadt seiner Träume. Im veganen Restaurant trifft auch er auf Emmi, die ihn gleich bei sich wohnen lässt. Sie schläft mit ihm, wann immer er will, bis sie den Weg, der zum Paradies führen soll, abkürzt und sich mit einer Dosis Tabletten selbst dorthin befördert. Sie überlebt knapp und landet in der Hölle des Lebens. Gleichzeitig verlieren auch Charli und Monika, die ihm zwischenzeitlich hinterhergereist ist, die Hoffnung. Ihr Glück kann nur anderswo stattfinden. In den Großstädten ist dafür kein Platz vorgesehen. Vier Menschen mit großen Sehnsüchten, aber ohne Antrieb, um nach den Antworten zu suchen, dem Herzstück, das erlösend wirken könnte. Vorwärtsbewegungen erschöpfen sich im Fluchtreflex, denn das Prinzip Hoffnung wirkt schon längst nicht mehr. Die Phantomschmerzen einer gesättigten Generation nähren sich am Exzess. Die Impulse wirken von außen wie Eingebungen in die Gedankenwelt ein. Wer immer da sprechen mag, es sind die richtigen Fragen, die zugeflüstert werden. Mit der Iwan Wyrypajew eigenen Mischung aus schonungslos spannender Realität und dem Funken Überirdischem schafft er die Distanz nicht nur zwischen den Figuren, aber auch zu ihnen selbst, wenn sie aus einer übergeordneten Warte von sich selbst berichten. Zärtlich und brutal zugleich erzählen sie ihre eigene Geschichte: die einer unbeheimateten Generation, die keine Grenzen kennt, aber auch keinen Ort, an dem es sich bleiben lässt. ?