Stück

Traumfresserchen, Das

Musical von Hiller Wilfried

Bereich Kinder
Sprache Deutsch, Hochsprache
Eignung Erwachsene
Charakter heiter/ernst
Besetzung 20 gesamt / 10 weiblich / 10 männlich
Statisten 1
Darstellungsortort Phantasiebühne
Spieldauer 100 min
Verlag Schott Musik
Inhaltsangabe "In Schlummerland zählt nur eins: Wer am besten schläft, ist König. So wird auch die Prinzessin Schlafittchen jeden Abend von ihrem Vater, dem König und ihrer Mutter, der Königin, ermahnt, gut zu schlafen. Der ganzen Familie gelingt das prächtig, aber dahinter steckt ein Geheimnis: Im Keller des Traumpalastes hütet das Traumfresserchen, ein seltsamer Kobold, das Traumkesselchen, in dem die Träume für die Schläfer gekocht werden. Schöne Träume gibt das Traumfresserchen weiter, unheimliche Träume frißt es auf. Da kommt eines Abends Schlafittchen, stört und verjagt das Traumfresserchen, und aus ist es mit der Nachtruhe. Nun rotten sich die bösen Träume allnächtlich zum 'Alptraum-Tango' zusammen und lassen Schlafittchen und ihre Eltern nicht mehr schlafen. Als das Gerücht von der Schlaflosigkeit im Traumpalast bekannt wird, will sogar das Volk Revolution machen, weil in Schlummerland ja nur der beste Schläfer König sein kann ... aber da wird gerade noch rechtzeitig das Traumfresserchen wiedergefunden und frißt gleich einen ganzen Kessel der übermütig gewordenen bösen Träume auf. Und in Schlummerland ist die Welt wieder in Ordnung." (Programmheft des Saarländischen Staatstheaters Stuttgart, 1992/93) "Für mich ist diese Geschichte einfach die Findung des Mädchens Schlafittchen zu sich selber. Sie steigt hinab in den Keller, das Unbewusste, und findet dort ein Wesen, das sie schließlich befreit. Ich habe das auch mit musikalischen Mitteln geschildert, nicht todernst, sondern mit Augenzwinkern: es hat hat jede der Hauptfiguren ihre Musik, die sie charakterisiert. Der König hat die Harfe mit würdigen Akkorden, die Königin hat die Streicher, das Schlafittchen wird im Laufe des Stücks von allen möglichen Instrumenten begleitet - und erst am Schluss, beim Tango, wenn sie sagt: 'So, jetzt schaff ich es, jetzt finde ich die Melodie vom 'Traumfresserchen', hat sie das Saxophon, und das wird zu ihrem Instrument. Ich versuche, solche Dinge mit musikalischen Mitteln darzustellen; ob's einer merkt oder nicht, ist egal - unterbewusst bekommt er es doch mit. Und diese Entwicklung, die das Mädchen mitmacht, ist für mich das Wichtigste an der ganzen Geschichte, mit allen Schwierigkeiten, die es da zu überwinden gibt. [...] Diese alten Mythen und Sagen und auch die Geschichten von Michael Ende, die so neu wie auch wieder alt sind, haben eine ungeheure Kraft. Alte Stoffe kann ich verwenden wie ein Bildhauer einen großen Stein. Sie lassen Raum zum Weiterspinnen. Tagesrealismus interessiert mich nicht als Komponist." (Wilfried Hiller, Auszüge aus einem Gespräch mit Barbara Maria Zollner, zitiert nach: Journal Bayerische Staatsoper, Spielzeit 1991/92, Heft 3) "Wenn die Prinzessin nicht nachgeguckt hätte, hätte sie ja nie den Spruch erfahren, mit dem man das Traumfresserchen rufen kann, und damit auch nicht allen anderen Kindern die Möglichkeit gegeben, das Traumfresserchen zu rufen. Schon die Bibel geht ja damit los, dass ein Verbot überschritten wird, und damit wird die ganze Menschheitsgeschichte in Gang gesetzt. Damit beginnt es. Fast alle Geschichten beginnen mit einer Verbotsüberschreitung oder Tabuverletzung, auch viele Märchen: am Anfang wird einem Verbot zuwidergehandelt, das setzt die Geschichte in Gang, dann wird ein langer Weg zurückgelegt, und am Schluss zeigt sich eben, dass der Weg das Ziel war. Aber die Interpretationsmöglichkeiten stehen für mich nicht an erster Stelle. Mir geht es eigentlich darum, Bildergeschichten zu erzählen, weil ich glaube, dass Bilder immer viel mehr sagen als Begriffe. Die ursprüngliche Sprache des Menschen ist eine Bildersprache, unsere Träume finden in Bildern statt, und in gewissem Sinn ist jeder Mensch, wenn er träumt, ein Poet. All die Mythen und Märchen, also die älteste Form der Literatur, sind Bildergeschichten." (Michael Ende, Auszüge aus einem Gespräch mit Barbara Maria Zollner, zitiert nach: Journal Bayerische Staatsoper, Spielzeit 1991/92, Heft 3)