Stück

Herzmündung

Schauspiel von Hübner Lutz

Bereich Erwachsene
Sprache Deutsch, Hochsprache
Eignung Jugend
Erwachsene
Charakter ernst
Besetzung 11 gesamt / 3 weiblich / 8 männlich
Statisten 1
Darstellungsort Stilbühne
Thema Aussenseiter
Spieldauer 100 min
Verlag Hartmann & Stauffacher
Inhaltsangabe Mark Chapman ist einer jener Namen, die sich sprichwörtlich mit Gewalt in unser Gedächtnis gebrannt haben, obwohl wir ihnen diesen Platz eigentlich nicht zugestehen möchten. Chapman erschoss am 8. Dezember 1980 in New York John Lennon. Die Biographie des Attentäters legt einige Gründe für seine Tat nahe und stellt sie doch auch in Frage: Mark Chapman verbrachte seine Kindheit als Außenseiter. Die Eltern führten keine besonders glückliche Ehe. Seine Mutter war religiös in übertriebenem Maße und machte Mark früh zu einem "kleinen Heiligen". Die Hippie-Zeit der 60er brachte das Verlangen nach Freiheit und Gruppengeborgenheit bei den "Freaks" - doch auch hier blieb Mark außen vor. Nur im YMCA bekam er ein bisschen von der Anerkennung, nach der er sich zeit seines Lebens sehnte. Er hatte eine Begegnung mit dem amerikanischen Präsidenten und verbrachte einige Zeit als Wachmann auf Hawaii. Aber jeder Anlauf, den eigenen Ansprüchen zu genügen, endet in einer Katastrophe. Äußerlich ein netter, umgänglicher amerikanischer Junge, strotzt sein Inneres vor Bigotterie und missverstandenem american way of life. Wahnvorstellungen irgendeiner großen Tat, die ihn berühmt machen würde, ob im positiven oder negativen Sinne, treiben ihn an. Und so bleiben die Beziehungen zu anderen Menschen immer rudimentär. Lutz Hübner verschränkt die Geschichte Chapmans mit der des Griechen Herostratos, der 356 v. Chr. den Artemistempel anzündete, um berühmt zu werden. So ist Mark Chapman zunächst nicht mehr als eine weitere Fußnote der Geschichte, ein stereotyper, wahnsinniger Mörder und eine Wucherung der Banalität des Bösen. Jedoch schildert der Autor in wunderbaren Dialogen und eindrucksvollen Szenen, wie Chapman sich dem vermeintlichen Schicksal entgegenstemmt, wie er nach Anerkennung und Zuneigung sucht, während er sich immer mehr im Wahnsinn seines Umfeldes und seiner eigenen Gedanken verstrickt. Wie viele seiner Fragen sind auch unsere? Und zu welchen Antworten kommt er, zu welchen kommen wir?
 

Aufführungen des Autors / der Autorin

Datum Ort Titel Bühne
01.04.2017-01.05.2017 Innichen Frau Müller muss weg Theaterwerkstatt Innichen
31.10.2013-10.11.2013 Pfalzen Ehrensache Theaterverein Pfalzen
25.09.2009-04.10.2009 Welsberg Für alle das Beste Heimatbühne Welsberg