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Die Kranken

Schauspiel von Lauterbach Benjamin

Titel: Die Kranken
Buchnummer: 268/6/0
Verlag: Hartmann & Stauffacher
Autor*in Lauterbach Benjamin
Thema: Krankheit

Spieldauer: 100
Eignung: Erwachsene
Bereich: Erwachsene
Stückart: Schauspiel
Charakter: heiter/ernst

gesamte Besatzung: 5
Weiblich: 2
Männlich: 3

Inhaltsangabe:

Ein schwerkranker Rentner, ein inspirationshungriger Künstler und eine privatversicherte Mutter: Sie alle sitzen im Wartezimmer von Hausarzt Dr. Lebewohl – und erweisen sich als recht schwierige Patienten. Von hypochondrischen Fantasien über Krankenhaustraumata bis hin zur privatversicherten Erregung über die ungewohnt lange Wartezeit müssen MFA Clara und Dr. Lebewohl so einiges auffangen - und das oft mehr psychotherapeutisch denn medizinisch. Keine Frage dennoch, dass die Untersuchungen von Cosima-Wilhelmine Jaspers, der Patientin mit dem richtigen Versicherungskärtchen, umfangreicher ausfallen, als notwendig wäre, während Künstler Adrian Dornberg vergeblich um jede weitere Untersuchung kämpft und Rentner Kaluschke, der sein Schicksal mit schwarzem Humor erträgt, zunehmend aus dem Blick gerät. Dornberg immerhin wittert hier bereits den Stoff für sein nächstes Theaterstück: das Wartezimmer als „kleine Schwester des Friedhofs, nur mit Zeitschriften". Dabei verschiebt sich beinahe unmerklich die entscheidende Frage: Wer ist hier eigentlich wirklich krank? Und während sich der Zustand von Kaluschke plötzlich verschlechtert, muss die Medizinische Fachangestellte Clara dem Arzt eine Nachricht überbringen, die schlagartig alles verändert.? Feinstens beobachtet und sprachlich hochpräzise gearbeitet, dreht sich Benjamin Lauterbachs neues Stück um Zweiklassenmedizin und die Fragilität von Gesundheit. Das Wartezimmer wird dabei zum gesellschaftlichen Resonanzraum. Irgendwo zwischen Satire und Groteske vermisst der Text die engen Grenzen eines Systems, in dem Ärzte wie Patienten nur verlieren können und Idealismus sich keiner mehr leisten kann. Dem Fatalismus neigt DIE KRANKEN dennoch immer nur vorübergehend zu – noch die absurdeste Figur bleibt jederzeit Mensch: zaudernd, hoffend und, vor allem anderen, getrieben von dem zutiefst menschlichen Bedürfnis, ernstgenommen, gehört und verstanden zu werden.

Aufführungen des Autors / der Autorin

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